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21.11.2017

 

Saudi-Arabien - Ahmed Mater

 

In der arabischen Kunstwelt und zunehmend auch auf internationaler Ebene ist Ahmed Mater bekannt als eines von drei Gründungsmitgliedern der saudischen Kunstinitiative Edge of Arabia (EOA). Seine neueste Ausstellung „Ahmed Mater – Mecca Journeys“ findet vom 1. Dezember 2017 bis 8. April 2018 in New York statt.

 

Ahmed Mater

Ahmed Mater fotografiert Mekka

Straße nach Mekka 2017

Blick aus Hotelzimmer auf Kaaba 2013

Mekka 2013

Kaaba 2015

Im Arbeiter Camp 2015

Pilgermassen Hajj 2015

Cover Buch Saudi-Arabien

Als EOA im Jahr 2003 in London gegründet wurde, halfen dabei die saudische Botschaft in London und namhafte private saudische Institutionen. Am Anfang standen Ausstellungen in Europa, auch Deutschland (Berlin). Es brauchte einige Jahre, bis EOA in Saudi-Arabien anerkannt wurde und dort Ausstellungen organisierte. Die Anzahl der zunächst ausschließlich saudischen Künstler, die EOA angehörten, wuchs stetig, sogar zahlreiche Frauen, darunter Prinzessinnen des saudischen Königshauses, fühlten sich angesprochen. Alle Karrieren der EOA-Künstler sind ungewöhnlich. Ganz besonders kann man das vom Werdegang Ahmed Maters sagen, zumal sein ursprünglicher Beruf Mediziner ist.

 

Ahmed Mater wurde 1979 in Tabuk geboren, wuchs jedoch in Abha, der Hauptstadt der bergigen Asir Region auf, studierte Medizin an der King Khalid Universität in Abha und ist nach wie vor als Mediziner tätig. Aber die Kunst hatte ihn so gepackt, dass er einen großen Teil seiner Zeit mit der Kreation von Kunstwerken verbrachte. Er gründete sogar ein bis heute renommiertes Kunstzentrum in Abha. Zuerst hatte seine Kunstfotografie etwas mit Medizin zu tun, da er Röntgenaufnahmen künstlerisch verwertete. In den letzten Jahren hat er sich jedoch einen Namen gemacht im Bereich der künstlerischen Umsetzung von islamischer Kultur und dem Zusammenspiel zwischen Konsum und Religion. Dabei nutzt er Fotografie, Skulptur, Performance und Film als Medien, um sich durchaus kritisch zu den verschiedensten, für die Gesellschaft relevanten Themen künstlerisch zu äußern.

 

Schon seit einiger Zeit haben die Künstler von EOA die USA als Plattform für ihre Ausstellungen entdeckt - bevorzugt werden Kunstausstellungen in namhaften Museen und an den verschiedenen US-Universitäten im ganzen Land organisiert. Dabei geht es sowohl um Soloausstellungen als auch um Gemeinschaftsausstellungen von EOA-Künstlern. Die neueste Ausstellung ist eine Soloausstellung von Ahmed Mater, organisiert durch das Brooklyn Museum in New York, in Kooperation mit dem King Abdulaziz Center for World Culture Ithra in Dammam und CULTURUNNERS. Im Mittelpunkt der Ausstellung „Ahmed Mater - Mecca Journeys“ stehen seine Fotos von Menschen und Baumaßnahmen in und um Mekka. Dabei befasst sich der Künstler mit der heiligsten islamischen Stadt, die seit Jahren durch Zerstörung der traditionellen Bausubstanz und einer baulichen Erweiterung unvorstellbarer Ausmaße eine dramatische Wandlung erlebt - mit Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung, dem millionenfachen Besuch der Mekka-Pilger aus aller Welt geschuldet. Es ist das Projekt „Desert of Pharan“, mit dem er bereits vor 10 Jahren begonnen hatte. Der Betrachter kann u.a. ungewöhnliche Luftaufnahmen von Mekka genießen, sogar genau über der Kaaba schwebte sein Hubschrauber, aus dessen Seitenfenster er die Fotos machte. Es wäre interessant zu erfahren, welcher Aufwand nötig ist, um für solch eine Aktion die Genehmigung der zuständigen saudischen Behörden zu bekommen.

 

Ahmed Mater erklärt: “Now is a crucial time for my project Desert of Pharan: Unofficial Histories Behind the Mass Expansion of Mecca to be shown on an international platform, in New York. The aims of the project, when it began almost a decade ago, were to recognize and record a multitude of histories that coalesce in the city. Within my own culture, in a Muslim forum, this project acts as a celebration but also as a eulogy—for a place, a time, a way of living—a plurality of stories, and histories that are rapidly being lost. But it is also a record of a culture in transition. These aims make this an essential moment to invite more engagement and more exchange.” - Man kann sagen, dass ohne die künstlerischen Aktivitäten von Ahmed Mater die Welt auf jeden Fall weniger von den Entwicklungen in und um Mekka erfahren würde. Durch die monumentalen Fotos, durch Videos und Installationen werden die vor allem für die in Mekka lebenden Menschen bestehenden Probleme weltweit bekannt und man erkennt die Macht der durch die Religion verursachten urbanen Veränderungen, der Migration und der Wirtschaftskraft (wenn Millionen von Pilgern Hotels, Restaurants, Supermärkte und Shoppingmalls regelrecht überschwemmen). Hotelzimmer in dem Hochhaus mit dem umstrittenen Uhrturm (Big Ben) mit Blick auf die Kaaba sollen 2.000 Euro pro Nacht kosten. Sie sind ständig ausgebucht.

 

“Focusing on Mecca as both a symbolic site of worship and a contemporary urban center grappling with the social complexities that come with rapid, unremitting growth, Mater reveals the cultural dynamics at work in the city today”, formuliert es die Kuratorin der Ausstellung Catherine J. Morris.

 

Anerkennung seiner künstlerischen Arbeit war Ahmed Mater und seinen saudischen Künstlerkollegen im eigenen Heimatland lange Zeit verwehrt – dem allgemeinen Desinteresse für zeitgenössische Kunst in Saudi-Arabien geschuldet. Dies hat sich gründlich gewandelt, wie die wachsende Zahl von Künstlern, Kunstgalerien, Kunstausstellungen und Kunstfestivals in den letzten Jahren zeigt. Die Vision 2030 des Kronprinzen Mohammed bin Salman unterstützt diese Entwicklung ausdrücklich. Ein Kunstmuseum gibt es auch – als Teil des King Abdulaziz Center for World Culture Ithra in Dammam. Die bisher größte Anerkennung in Saudi Arabien bekam Ahmed Mater vor einigen Monaten, als er Executive Manager des MiSK Art Institute in Riyadh wurde. Dieses neue Institut ist Teil der Prince Mohammed bin Salman Abdulaziz Foundation des Kronprinzen. In Jeddah hat Ahmed Mater sein eigenes Kunststudio, ein beliebter Treffpunkt vorrangig junger Leute, und pendelt daher ständig zwischen USA, Riyadh, Jeddah und Abha hin und her.

 

Die Aktivität saudischer Künstler in den USA ist keine Einbahnstraße. Während des gesamten Jahres 2017 arbeiten vier US-amerikanische Künstler in Dahran im Rahmen des Projekts “Bridges”, einer Initiative von Ithra in Kooperation mit CULTURUNNERS. Ithra fördert übrigens auch Kunstprojekte saudischer Nachwuchskünstler in Kooperation mit der Kunstmesse Art Dubai 2018.

 

Text: Barbara Schumacher, Beiratsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft

Copyright für alle Fotos: Ahmed Mater. Die Fotos wurden vom Brooklyn Museum zur Verfügung gestellt. 

 

Hinweis: Wer mehr über die Kunstszene in Saudi-Arabien im Allgemeinen und die Mitglieder und Aktivitäten der Kunstinitiative Edge of Arabia im Besonderen erfahren möchte, dem sei das folgende Buch empfohlen, in dem es um Vision und Wandel im Königreich geht: Barbara Schumacher, „Saudi-Arabien: Kaaba, Kadi und Kardamom“, ISBN 978-3-487-08601-9, durchgehend 4-farbige  Abbildungen, 304 Seiten, Hardcover, Preis: 27,80 Euro.

 

   

< Geschichte der Welt, Herausgegeben von Akira Iriye und Jürgen Osterhammel