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13.02.2018

 

Vereinigte Arabische Emirate: Sheikh Zayed – der 100. Geburtstag

 

 

Nach ihm sind Universitäten, Highways und Brücken benannt - der Staatsgründer der Vereinigten Arabischen Emirate ist in seinem Land allgegenwärtig – der „Vater der Nation“, wie er respektvoll genannt wird, lächelt von Fotos in allen Hotels und von riesigen Plakatwänden – vor allem in der Hauptstadt Abu Dhabi. Die Bevölkerung stand stets hinter ihm und so kann man ihn sogar als „Herz der Nation“ bezeichnen. Das gesamte Jahr 2018 steht im Zeichen von Gedenkveranstaltungen, denn in diesem Jahr wäre er 100 Jahre alt geworden. Nach fast 60 Regierungsjahren war er am 2. November 2004 verstorben. Seine politische Karriere begann 1946 als Repräsentant des Regierungschefs der „Eastern Region“ des Emirats Abu Dhabi in der Oasenstadt Al Ain, 1966 wurde er Herrscher von Abu Dhabi und am 2.12.1971 der 1. Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate.

 

Sheikh Zayed führte das Land aus bitterer Armut in die Moderne und machte daraus eines der am schnellsten wachsenden Länder der Welt – Dank reicher Öl- und Gas Funde in der Wüste südwestlich von Abu Dhabi City. Er hatte die Vision und Klugheit, die Einnahmen aus dem Ölexport sinnvoll zu nutzen zum Wohle der Bevölkerung. Besonders an den Nationalfeiertagen – der 46. wurde nicht nur am 2.12.2017 mit viel Aufwand im eigenen Land, sondern auch zwei Tage, später zur Demonstration der engen Freundschaft zwischen VAE und Saudi-Arabien, im Nationalmuseum in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riyadh mit großem Aufwand gefeiert. Besonders an diesen Nationalfeiertagen kommen in den Medien einstige Weggefährten des Herrschers und Bürger, die besondere Erinnerungen an ihn haben, zu Wort.

 

Im Gedenkjahr haben Zeitzeugen von Sheikh Zayed Hochkonjunktur. Einer von ihnen ist Mohammed Rashid Khulfan Seleh Al Gufly aus dem Emirat Umm Al Quwain, ein Leibwächter von Sheikh Zayed. Im Jahr 1960 lud Sheikh Zayed Vertreter der Stämme in seinen Palast ein. Von Umm Al Quwain wurden Mohammed und zwei weitere Männer ausgewählt: als Leibwächter in spe und Kontakt zum eigenen Stamm. „So traf ich Sheikh Zayed zum ersten Mal“, erzählt Mohammed. „Ich werde nie vergessen, wie er mir die Hand gab. Meine Hand verschwand völlig in seiner – es war ein ganz besonderes Gefühl. Er unterhielt sich ausgiebig mit mir, weil ich sein Leibwächter werden sollte und weil er Informationen über alle Familien haben wollte, damit er diesen Häuser schenken konnte. Ich war sozusagen die einschlägige Informationsquelle für Sheikh Zayed und machte damals die erste „Volkszählung“ in Umm Al Quwain. Ich wurde Sheikh Zayeds Leibwächter, behielt meinen Wohnsitz in Falaj Al Mualla, pendelte aber ständig für 2 Monate nach Abu Dhabi und kam dann für 1 Woche nach Hause. 1975 bekam ich als erster einen Pass – von Sheikh Zayed persönlich, denn ich begleitete ihn auf seinen Auslandsreisen. Wo immer Sheikh Zayed sich aufhielt, seine Leibwächter waren ganz nah. Während meiner 20-jährigen Dienstzeit für Sheikh Zayed war mir stets klar: den Herrscher beschützen, heißt das Land beschützen. Sheikh Zayed hatte viele Qualitäten. Mit nur zwei Worten konnte er den stärksten Mann das Fürchten lehren. Er war bescheiden, fair und bewegte sich selbstverständlich inmitten seiner Leute. Ich war bei unzähligen Besuchen dabei, wenn er durch die Dörfer ging und sich nach den Bedürfnissen der Bewohner erkundigte. Ich erinnere mich auch an besondere Anlässe, z. B. an ein Konzert der berühmten ägyptischen Sängerin Umm Kalthoum und an viele ausländische Staatsgäste aus aller Welt, aber das Beste waren die gemeinsamen Mahlzeiten mit Sheikh Zayed und die vielen Gespräche mit ihm. Die Tatsache, dass Sheikh Zayed mir vertraute, ist das größte Geschenk, das ein Beduine im Leben bekommen kann. Mein Verhältnis zu allen Herrschern der Emirate war stets sehr gut, sie behandelten mich wie einen Bruder. Ich habe vor den Herrschern großen Respekt. Sie sind volksnah und sorgen heute dafür, dass wir in Frieden und Sicherheit leben. Die Herrscher sind Teil des Volkes und wir betrachten uns als Brüder“.

 

Im Zayed Center in Abu Dhabi, ein Gebäudekomplex aus mehreren großen Häusern im traditionellen Stil mit Windtürmen, einer großen Bibliothek und einer Moschee, in direkter Nachbarschaft zur neuen Al Bateen Marina, sind in der ständigen Ausstellung u. a. historische s/w-Fotos zu sehen, die das Leben von Sheikh Zayed zeigen. An der Rezeption prangt sein vielzitierter Spruch: „A Nation that has no past, has neither present nor future”. Die Sammlung der Fotos umfasst nicht nur Privatfotos mit Familienmitgliedern oder von der Falkenjagd mit einem seiner engsten Freunde, dem britischen Abenteurer, Forschungsreisenden und Schriftsteller Sir Wilfred Thesiger, sondern auch offizielle Fotos mit Staatsgästen aus aller Welt, wie z. B.  Königin Elizabeth II und Indira Ghandi. Auch sein Besuch in Deutschland 1986 ist hier fotografisch dokumentiert, als er vom damaligen Bundespräsidenten Richard Weizsäcker empfangen wurde. Bei einigen Fotos sind die Quellen nicht bekannt, aber viele stammen aus Archiven der Abu Dhabi Company for Onshore Oil Operations, von National Media Council (WAM), der nationalen Medienagentur und von David Heard CBE. Zu sehen gibt es ferner eine Auswahl seiner Staatskarossen (darunter ein Marbach) und viele Geschenke, die ihm von ausländischen Staatsgästen überreicht wurden, darunter Elefantenzähne aus afrikanischen Staaten und ausgestopfte Wildtiere. - Ein Fernseh-Film über das Leben von Sheikh Zayed ist bei Baynounah TV in Abu Dhabi in Produktion.

 

Derzeit läuft auf dem Gelände der Sheikh Zayed Grand Mosque, nicht weit von Sheikh Zayed’s Mausoleum in einer riesigen blauen Halle die Ausstellung „Hajj“ mit bisher noch nie gesehenen Exponaten, darunter auch s/w Fotos, die Sheikh Zayed während seiner Pilgerfahrt in Mekka zeigen, alles dokumentiert von den damaligen Zeitungen, wie z. B. Al Ittihad vom 30.10.1979 mit einem weiteren der vielen überlieferten Zitate von Sheikh Zayed: „May we prepare ourselves and consider, and thus improve ourselves and dedicate our deeds to God and do the highest worth for the community“.

 

Vorläufiger Höhepunkt des Gedenkens an Sheikh Zayed wird das ihm gewidmete Sheikh Zayed National Museum sein, ein spektakulärer Bau im Cultural District von Saadiyat Island (Abu Dhabi City vorgelagerte Insel, die kürzlich durch die Eröffnung des Louvre Abu Dhabi von sich reden machte und noch weitere Museen beherbergen wird). Das Museum besticht durch seine Architektur in der Form von Falkenflügeln. Architekt ist Norman Foster. Die Fertigstellung der Museen auf Saadiyat Island verzögert sich um mehrere Jahre – vielleicht wird das Sheikh Zayed National Museum in diesem Jubiläums-Jahr fertig?

 

Text und Fotos: Barbara Schumacher, Beiratsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft

 

   

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