























Der Autor Ludwig Paul ist Professor für Iranistik an der Universität Hamburg und Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. In vorliegendem Band zeigt er auf, auf welch verschlungener Weise persische Wörter und Namen ins Deutsche gelangten und nicht zuletzt „wie eng die Wanderung von Wörtern mit dem Transfer von Sachen - Gewürzen, Früchten, Artefakten und Ideen – zusammenhängt“. Die wichtige Einführung mit einer Karte „Die Verbreitung der persischen Sprache im 17. Jahrhundert“ weist uns auf, wie sich die persische Sprache, die heute in nationaler Variante von den Nachbarstaaten Iran, Afghanistan und Tadschikistan gesprochen wird, in mehr als 2500 Jahren seit der Erfindung der altpersischen Keilschrift bis heute entwickelt hat. Der Autor erläutert ausführlich den Begriff „Lehnwort“. Der lexikalische Hauptteil A – Z beginnt mit Afghanistan und endet mit Zucker in durchwegs ausführlichen und verständlichen Erläuterungen. Wie schwierig diese sind, lässt sich beispielsweise am Begriff „schachmatt“ erkennen. Der Autor vertieft sich in die Materie, sucht Zusammenhänge in Forschungsgebieten von Kollegen, wie er es im letzten Kapitel, einer Danksagung, ausdrückt.
Dieses Werk, ein Desiderat, reiht sich in eine Serie von Taschenbüchern gleicher Thematik ein, von der bisher im C.H. Beck Verlag, wie im Anhang des vorliegenden Werkes kurz vorgestellt, erschienen sind: Rainer Metzner – Mit Feuereifer und Engelszungen – Kleines Lexikon deutscher Wörter biblischer Herkunft; Nabil Osman – Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft -; und Hans Peter Althaus – Kleines Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft -. Das Erstaunen des Lesers über zahlreiche Lehnwörter und Ausdrücke, die aus dem Orient in „unseren“ Wortschatz gelangten, ist gewiss vorprogrammiert. Also auf zu überraschenden Entdeckungen!
Helga Walter-Joswig
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