Die Reise von Bundeskanzler Scholz mit einer Wirtschaftsdelegation am 24./25. September 2022 nach Saudi-Arabien, VAE und Qatar hatte immerhin in Bezug auf die VAE konkrete Ergebnisse.
Freundliche Atmosphäre beim ersten Treffen in Saudi-Arabien
Jeddah war die erste Station der Reise. Die saudische Nachrichtenagentur SPA berichtet: Kronprinz MBS empfing die Gäste im Al-Salam-Palast. Zu Beginn des Empfangs begrüßte der Kronprinz den deutschen Bundeskanzler, während der Bundeskanzler seine Freude über den Besuch im Königreich und das Treffen mit dem Kronprinzen zum Ausdruck brachte. Der Kronprinz überbrachte dem Bundeskanzler die Grüße des Kustos der beiden Heiligen Moscheen, König Salman bin Abdulaziz Al Saud, und dieser übermittelte seine Grüße an den König.
Während des Treffens erörterten sie Aspekte der saudisch-deutschen Beziehungen, Bereiche der Partnerschaft zwischen den beiden Ländern, Perspektiven für die bilaterale Zusammenarbeit und Möglichkeiten für deren Entwicklung im Einklang mit der Vision 2030 des Königreichs. Sie erörterten auch die jüngsten Entwicklungen auf regionaler und internationaler Ebene sowie die Bemühungen um internationale Stabilität und Frieden und tauschten sich über eine Reihe von Themen von gemeinsamem Interesse aus.
Es gab auch ein Treffen mit Geschäftsleuten von saudischer und deutscher Seite. Der Kronprinz gab ein Arbeitsessen für den Bundeskanzler.
An dem Empfang nahmen von Saudischer Seite u. a. teil: Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman bin Abdulaziz, Prinz Turki bin Mohammed bin Fahd bin Abdulaziz, Staatsminister und Mitglied des Kabinetts, Prinz Abdulaziz bin Saud bin Naif bin Abdulaziz, Staatsminister und Mitglied des Kabinetts sowie der nationale Sicherheitsberater Dr. Musaed bin Mohammed Al-Aiban, Handelsminister und amtierender Medienminister Dr. Majid bin Abdullah Al-Qasabi, der Minister für Investitionen Eng. Khalid Al-Falih und Finanzminister Mohammed Al-Jadaan (der begleitende Minister).
Der freundliche Empfang und die hochkarätige saudische Ministerriege sind ein gutes Zeichen, aber nun heißt es von Seiten des Bundeskanzlers: persönlich „am Ball“ bleiben.
Vielversprechende Ergebnisse in VAE
Die VAE und Deutschland unterzeichneten ein neues Energieabkommen. Dieses Abkommen wird Projekte von gemeinsamem Interesse in den Bereichen Energiesicherheit, Dekarbonisierung und Klimaschutz beschleunigen. Die Vereinbarung wurde im Beisein des Präsidenten der VAE, Sheikh Mohamed bin Zayed Al Nahyan und Bundeskanzler Olaf Scholz unterzeichnet.
Im Rahmen der Allianz hat die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) einen Vertrag mit RWE geschlossen, wonach RWE gegen Ende des Jahres eine Ladung Flüssigerdgas (LNG) liefern wird. Diese wird für die Inbetriebnahme des deutschen schwimmenden LNG-Importterminals in Brunsbüttel verwendet werden. ADNOC hat eine Reihe von LNG-Ladungen für deutsche Kunden im Jahr 2023 reserviert, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur WAM. Im Rahmen der Vereinbarung sollen beide Länder weitere Möglichkeiten zur Beschleunigung des Wachstums und der Zusammenarbeit in der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette prüfen.
Darüber hinaus wird Masdar Möglichkeiten auf den Offshore-Windmärkten in der deutschen Nord- und Ostsee erkunden, die bis 2030 bis zu 10 GW erneuerbare Energieerzeugungskapazität erzeugen könnten. Voraussetzung dafür ist, dass die deutschen regulatorischen Anforderungen erfüllt werden.
Anfang dieses Jahres hatte ADNOC eine Reihe von Vereinbarungen mit deutschen Kunden, darunter Steag und Aurubis, über Ladungen von kohlenstoffarmem Ammoniak, einem Trägerbrennstoff für Wasserstoff, geschlossen. Die erste dieser Ladungen traf Anfang September in Hamburg ein.
ADNOC hat auch die erste direkte Diesellieferung der VAE nach Deutschland im September 2022 abgeschlossen und mit Wilhelm Hoyer & Co. eine Vereinbarung über die Lieferung von bis zu 250.000 Tonnen Diesel pro Monat im Jahr 2023 getroffen.
Die Vereinbarung wurde von Dr. Sultan Ahmed Al Jaber, VAE-Minister für Industrie und Hochtechnologie, VAE-Klimabeauftragter und ADNOC-Geschäftsführer, und Dr. Franziska Brantner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimapolitik, unterzeichnet.
Olaf Scholz sagte: "Mit der Vereinbarung ermöglichen wir die zügige Umsetzung von strategischen Leuchtturmprojekten in den Schwerpunktbereichen Erneuerbare Energien, Wasserstoff, LNG und Klimaschutz." - "Im Zuge der Energiewende ist ADNOC fest entschlossen, Projekte in den Bereichen Energiesicherheit, Dekarbonisierung und Klimaschutz voranzutreiben und in sie zu investieren, um weiterhin ein verantwortungsvoller und zuverlässiger Anbieter und vertrauenswürdiger Exporteur von kohlenstoffarmer Energie zu sein", fügte Dr. Sultan Al Jaber hinzu.
ADNOC liefert Energieprodukte an seine internationalen Kunden. Das Unternehmen befindet sich derzeit inmitten einer großen Expansion seines Erdgasgeschäfts und beschleunigt die Produktion, um sowohl die inländische als auch die internationale Nachfrage zu befriedigen, so WAM.
Text: Barbara Schumacher, Beiratsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG). Fotos: SPA und WAM
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