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11.09.2017

 

Jemen: Künstler in Sanaa und Aden

 

Wegen des Kriegs im Jemen und der vorangegangenen Unruhen wird seit 2010 von Reisen dorthin abgeraten. Welches Schicksal die im Folgenden vorgestellten Künstler erlitten haben, ist nicht bekannt, denn die Kommunikationsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Jemen hat viele Künstler, die auch international bekannt sind. Die meisten Kunstgalerien und Künstler waren in der Hauptstadt Sanaa und in Aden zu finden. Hier ist ein nostalgischer Blick in eine Kunstszene, die es so schnell nicht mehr geben wird.

 

Fuad Al Futaih

Gemälde von Fuad Al Futaih

Gemälde von Fuad Al Futaih

Gemälde von Fuad Al Futaih

Talal, Dr. Amnah, Mazher

Gemälde von Talal

Gemälde von Mazher

Abdullah

Gemälde von Abdullah

Sanaa: Künstler Fuad Al Futaih

In der Samsarat (Karawanserei) Al-Mansurah, die das National Art Center beherbergt, hat man vom Dach am späten Nachmittag eine grandiose Aussicht auf die von der Sonne golden beleuchtete Altstadt. Die ständige Ausstellung umfasste auf drei Stockwerken Gemälde und historische Fotos. Fuad Al-Futaih (Jahrgang 1948), Direktor des National Art Center, Intellektueller und international bekanntester Maler des Jemen, der eine eigene Galerie (Gallery No 1) in Sanaa besaß, war mit einigen Gemälden in der Ausstellung vertreten. Er hat in Düsseldorf Kunst studiert, wurde mehrfach international ausgezeichnet und hat sich vor allem mit seinen farbenprächtigen, revolutionären Frauenbildnissen einen Namen gemacht – revolutionär deshalb, weil der Gegensatz zwischen seinen Darstellungen und dem sich öffentlich präsentierenden, tatsächlichen Frauenbild größer kaum sein könnte. Auf die Frage nach seinem Anliegen in der Malerei antwortete er: „Es geht mir um die Verbindung zwischen traditionellen und modernen Elementen. Ich liebe starke Farbkontraste, die für mich eine besondere Bedeutung haben. Manchmal beziehe ich in meine abstrakten Bilder auch Gegenständliches mit ein, z.B. Koranblätter. Ornamentik, die im Islam traditionell eine große Rolle spielt, ist ein weiteres Stilmittel“. Seinen Hauptwohnsitz hatte er schon lange vor Ausbruch des Krieges nach Aden verlegt: „Dort ist das Leben für einen Künstler freier“. Fuad Al Futaih hat zahlreiche Bücher veröffentlicht.

 

Kunstgalerie im Bab Al Jemen und die „Ateliergruppe“.

In Sanaa gab es einige Kunstgalerien in der Altstadt – allein am großen Platz hinter dem Bab Al Jemen befanden sich zwei. Die meist besuchte war die Galerie im Bab Al Jemen, sie wurde gemanagt von der dreiköpfigen „Ateliergruppe“, die ihr Atelier im Bait Al Habari, ebenfalls am Platz beim Bab Al Jemen hatte. Gemälde von Dr. Amnah Al Nasiri und ihren beiden Malerkollegen Mazher Nizar und Talal Al Nagar waren in der Galerie ausgestellt. Amnah malt abstrakt, Mazher abstrakt/gegenständlich und Talal verknüpft traditionelle Motive mit abstrakter Umgebung und liebt die Kalligrafie. So unterschiedlich die Malstile, so verschieden auch die  Persönlichkeiten. Enthusiasmus für die künstlerische Tätigkeit und die Arbeit im internationalen Kontext sind gemeinsame Ziele dieser intellektuellen Gruppe. Amnah beschäftigt sich seit vielen Jahren neben der Malerei mit Kunstkritik und Philosophie, ist Gründungsmitglied des Yemeni Artists Syndicat, Sekretärin des Yemeni International Cultural Circle Halaqa, Mitglied von IAA (International Association of Art), sowie Mitglied der Modern Art Group. Ihr großes Interesse gilt dem Sufismus. In der Malerei wirkt  sich das durch religiös motivierte Ornamentik und Symbolik aus. Zu vielen Symposien, Konferenzen, Fachtagungen und Ausstellungen in London, Kuwait, Tunesien, Dubai war sie eingeladen. Seit 2006 ist sie Mitglied in der Kunstjury in Muscat und Kairo. In Deutschland konnte man ihre Werke 2003 in der Halle des Auswärtigen Amts in Berlin sehen.

 

Auf die Frage, welche Themen sie besonders interessierten, antwortete sie damals: „Ich befasse mich vor allem mit der Globalisierung im Zusammenhang mit Gewalt in der Kunst. Ich nenne Beispiele: Es gibt sogenannte Künstler, die Tiere töten und das als Performance deklarieren. Warum?  Die amerikanischen Filme dominieren das Filmschaffen, auch in Europa. Darin treten oft Hip-hop und Rap Musiker auf, die von der Straße kommen, oft Drogendealer und gewalttätige Kriminelle, die geradezu verherrlicht werden. Tote Menschen werden ausgestellt – ich finde das abscheulich und unmenschlich. Bei „Body art“ Performances nimmt jemand faule Nahrungsmittel zu sich und übergibt sich vor dem Publikum … Ich befasse mich damit, über die Konsequenzen solcher Dinge zu philosophieren. Meine Botschaft ist, dass dies alles für die Welt und insbesondere für die Jugend der Welt sehr gefährlich ist. Man sieht ja bereits, wie abgestumpft viele Kinder sind; hinzukommen noch die Auswirkungen von gewissen Video-Spielen. Ich habe dazu einen ausführlichen Artikel veröffentlicht, in dem es um den Wandel des Menschenbildes in der Kunst geht, unter Berücksichtigung von Religion und Wirtschaftspolitik.

Wie sieht sie sich selbst in der Rolle als Künstlerin im Jemen? „Künstlerinnen werden gefördert. Ich hatte als Künstlerin nie Probleme, eher als Frau. Aber das hat sich sehr gebessert. Ich lehre an der Universität das Fach Kunstästhetik in der Fakultät für Architektur, habe eine Fernsehsendung über Folklore und Moderne Kunst im Jemen, schreibe regelmäßig über Kunst in der Zeitung, sehr gern zu dem Thema wie die Kunst die Architektur weltweit beeinflusst und habe generell einen sehr guten Kontakt zu den Medien.

Zu den meistverkauften Bildern der Galerie gehörten die traditionellen Szenen von Talal Al Nagar. 2004 wurden seine Bilder ausgewählt für die Kunstausstellung anlässlich der Frankfurter Buchmesse, als die Arabische Welt dort Gastland war. In seinem Atelier ist eine große Vielfalt seiner Werke zu bewundern: Traditionelle, jemenitische Szenen in impressionistischem Stil, wunderschöne Stadtansichten der Altstadt von Sanaa, Marktszenen, Details der für die Altstadt typischen, realistisch gemalten Fenster, Türen, Türklopfer, umgeben von mystischen Schriftzeichen, Kalligraphie, Kombinationen von Kalligrafie und realistisch gemalten Gegenständen und Figuren und eine Fülle von großartigen Ölgemälden und Bleistiftzeichnungen, in denen alle existierenden Charaktere der Altstadt in Sanaa meisterhaft, ausdrucksstark und detailgenau dokumentiert sind, wie z. B. alte Männer mit langen Bärten und Stöcken und Frauen in schwarzer Abaya, nur die Augen sind zu sehen, aber durch den dünnen Gesichtsschleier sind die Gesichtskonturen zu erahnen.

 

Aden: Künstler Abdullah al-Ameen

Berühmter Sohn Adens ist der Maler Abdullah al-Ameen. Er wurde 1954 in Aden geboren, machte seinen Master of Fine Arts an der Kunstschule in Moskau. Seine Galerie befand sich in der Nähe der Schiffsanlegestelle Steamer Point. Ob sie noch dort ist?  Betrat man die Galerie, befand man sich in einer Traumwelt: Alle Wände waren vom Fußboden bis zur Decke mit seinen Bildern geschmückt, die erdigen Pastelltöne zeigten traditionelle Lehmhäuser in der landestypischen Architektur, stimmungsvolle, traditionelle Szenen. Der Grad des Abstrakten ging nur soweit, dass man die Motive noch erkennen konnte. Bezüge zur Stadt Aden suchte man allerdings vergeblich, dafür hatten es ihm die Häuser der Altstadt von Sanaa angetan. „Ich reise oft nach Sanaa und habe die Altstadt für meine Bildmotive gewählt. Manchmal wünsche ich mir Sanaa hierher, dann male ich Sanaa am Meer“. Betrachtet man die Gemälde genauer, entdeckt man Leben in den Dörfern und Städten: Menschen, die die Häuser bewohnen, ihrer Arbeit nachgehen und Tiere in den Gassen. Einige seiner Bilder wurden auch in Sanaa verkauft: In der Galerie im Bab Al Jemen.

 

Text und Fotos: Barbara Schumacher, Beiratsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft 

 

   

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