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06.07.2018

 

Fotoausstellung über jemenitische Architektur vom 13.07.-14.10.2018 in Berlin

 

 

Sanaa, Blick auf das Qasimi-Viertel der Altstadt, Foto: T. Marchand

Dar al-Hajar, Sommerpalast, Wadi Dhar, Foto: T. Marchand

Zabid, Empfangsraum Bayt Hujayna, Foto: T. Leiermann

Blick über die al-Ameriyya-Moschee zur Festung von Rada, Foto: T. Marchand

Blick auf Shibam, Wadi Hadramaut, Foto: T. Marchand

Unter dem Titel „Mit Augenmaß. Meisterwerke der Architektur im Jemen“ findet die Fotoausstellung als Sonderpräsentation des Museums für Islamische Kunst statt.

 

Die Ausstellung gibt einen sehr guten Überblick über die Vielfalt der traditionellen jemenitischen Architektur. Auch als bedroht geltende Weltkulturerbestätten sind berücksichtigt.- Es ist eine hervorragende Idee, mit einer solchen Ausstellung den Jemen mit seinen leidgeprüften Bewohnern und ihrer großartigen Architektur in Erinnerung zu rufen. Jeder, der das Land bereist hat, was bis 2010 möglich war, wird „Arabia Felix“ nie vergessen. Die einmalige, traditionelle Architektur ist zu großen Teilen der Grund dafür.

 

An reich bebilderten Reiseführern und Jemen-Bildbänden aus jüngster Zeit mangelt es nicht. Auch legendäre Abenteuer- und Forschungsreisende haben ihre Erlebnisse hinterlassen: Der britische Forschungsreisende, Entdecker, Schriftsteller und Fotograf Sir Wilfred Thesiger (1910-2003) ist in England Kultfigur. Er nannte Shibam „das Manhattan der arabischen Halbinsel“ und hinterließ s/w Fotografien, die in Ausstellungen um die Welt gehen. Die Negative befinden sich in Tresoren des Ashmolean Museums in Oxford. Freya Stark (Britin, 1893-1993) schreibt über die fantastische Architektur der Altstadt von Sana’a: „Ich verbrachte fast zwei Monate hier und besuchte alle diese Häuser“. Beeindruckend ist ihre Beschreibung der Reise durch Hadramaut im Allgemeinen und der Tage im schneeweißen Palast des Sultans Al Qu‘aiti in Al Mukalla im Besonderen. Auch von diesen Reisen gibt es s/w Fotos. Von dem deutschen Mathematiker, Kartografen und Forschungsreisenden Carsten Niebuhr (1733-1815) sind detailgetreue Zeichnungen erhalten, von denen einige in seinem Buch „Reisebeschreibung nach Arabien und anderen umliegenden Ländern“ abgebildet sind, wie z. B. im Kapitel „Von Taizz nach Sana‘a“ die Ansicht eines Hauses bei Sana’a und das Dorf Jerim mit Burg.

 

Das besondere Interesse für den Jemen zeigt sich in der langjährigen Existenz vieler gemeinnütziger Institutionen. Da gibt es die Deutsch-Jemenitische Gesellschaft, Friends of Hadramaut in London, deren Vorstand und Gründungsmitglied Sultan Ghalib Al Qu‘aiti (letzter Sultan von Hadramaut) ist, der heute im Exil in Jeddah lebt, Friends of Soqotra in England, British-Yemeni Society in London, um nur einige zu nennen. Die genannten Organisationen in England haben auch deutsche Mitglieder. - Die Beziehungen zwischen Jemen und Deutschland waren immer gut, vor allem auf kulturellem Gebiet. Jahrelang hatte das Deutsche Archäologische Institut ein Büro in einem der berühmten Altstadthäuser in  Sana‘a. Im Jahr 2004 war die jemenitische Hauptstadt Sana’a Kulturhauptstadt der arabischen Welt und zu diesem Anlass war die Infrastruktur in der Altstadt aufwändig saniert worden. Seit nunmehr acht Jahren leidet das Land an fürchterlichem Terror und Krieg (seit 2015). Ein beträchtlicher Teil wertvoller Kulturerbe-Güter ist zerstört oder beschädigt und niemand weiß, ob es jemals Restaurierungen geben wird. Fotografien der Schätze des Landes sind daher von großem Wert und man kann dem Museum für Islamische Kunst und seinem Direktor Prof. Dr. Stefan Weber nur gratulieren, eine solche Ausstellung zu organisieren. So mancher Besucher des Jemen in den 1990-er Jahren verfügt vielleicht über ähnliche Fotos. Das Besondere an den Arbeiten des Fotografen T. Marchand ist oft die ungewöhnliche Perspektive. - Das Museum kündigt die Ausstellung wie folgt an:

 

„Architektur gehört zu den spektakulärsten kulturellen Errungenschaften des Jemen. Lange vor dem sagenhaften Reich der Königin von Saba entwickelte sich im Einklang mit den landschaftlichen Gegebenheiten und klimatischen Herausforderungen eine atemberaubende Vielfalt traditioneller Baustile. Ihre Markenzeichen sind mächtige Festungen, Turmhäuser und auf Bergspitzen gelegene Dörfer, verbunden durch schwindelerregende Pfade. Generationen von hochspezialisierten Maurern, Tischlern und anderen Handwerkern errichteten mit ausgeklügelten Techniken und lokal verfügbaren Materialien einzigartige Bauensembles. Allein „mit Augenmaß“ gebaut rufen ihre Dimensionen und perfekten Proportionen bis heute Staunen und Bewunderung hervor. - Die Ausstellung zeigt Beispiele dieses beeindruckenden Kulturerbes. Zugleich weist sie auf die Bedrohung durch den seit 2015 im Land anhaltenden Bürgerkrieg hin. Neben der menschlichen Tragödie sind herausragende archäologische Fundstätten, Museen und historische Monumente betroffen. Die drei UNESCO-Weltkulturerbestätten des Jemen – die Altstädte von Shibam, Sana’a und Zabid – sind heute als bedroht eingestuft, zahlreiche andere Orte sind schwer beschädigt. Jenseits der öffentlichen Wahrnehmung und ohne den Schutz der internationalen Gemeinschaft geht dieses Kulturerbe unwiederbringlich verloren. - Trevor Marchand, Architekt und Anthropologe, hat die Bauwerke während seiner Lehrzeit bei jemenitischen Minarett-Baumeistern zwischen 1990 und 1998 fotografiert. Die Aufnahmen zeigen die Architektur im Dialog mit der Landschaft, vom Roten Meer über das Hochland und die Wüste bis zum Indischen Ozean und Wadi Hadramaut. Sie werden ergänzt durch historische Aufnahmen aus der Zeit um 1900. - Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband im Gingko Verlag mit Beiträgen zu den verschiedenen Aspekten dieses Kulturerbes. Ein Teil des Erlöses geht an UNHCR Yemen. Die Ausstellung wird unterstützt durch den Gingko Verlag, die SOAS-University of London, das London Middle East Institute, MBI Al Jaber und die Freunde des Museums für Islamische Kunst“.

 

Interessant ist die Förderung der Ausstellung durch MBI Al Jaber. Dies ist eine Unternehmensgruppe, die in Europa und dem Mittleren Osten agiert. Gründer und CEO ist Sheikh Mohamed Bin Issa Al Jaber, ein in Jeddah geborener Unternehmer mit saudischer und österreichischer Staatsbürgerschaft. Er ist auch Gründer der MBI Al Jaber Stiftung (www.mbifoundation.com), die in England als Wohltätigkeitseinrichtung eingetragen ist. Zu ihren Zielen gehören gute Bildung und kultureller Dialog. Insbesondere geht es der Stiftung darum, Brücken zu bauen zwischen dem Mittleren Osten und dem Rest der Welt. Die Stiftung organisiert u. a. internationale, wissenschaftlich orientierte Veranstaltungen und gibt Publikationen heraus, oft in Kooperation mit dem British Museum. Wegen seiner Verdienste um die Bildung wurde Al Jaber in den Vorstand von Middle East Studies SOAS, University of London, berufen. - Besonders erwähnenswert ist der Verlagskatalog des Gingko Verlags (www.gingko.org.uk), der eine ausführliche Beschreibung des Buches zur Ausstellung enthält: „Architectural Heritage of Yemen“, herausgegeben von Trevor H. J. Marchand (ISBN 978-1909942-07-3). Prof. Marchand ist emeritierter Professor von SOAS, University of London. Er hat sich durch zahlreiche Veröffentlichungen von Büchern und Fachartikeln einen Namen gemacht.

 

Text: Barbara Schumacher (Beiratsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft) und Islamisches Museum Berlin. Fotos: Islamisches Museum Berlin  

 

   

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