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19.11.2017

 

Algerien: Mohammed Bakli und seine Freunde

 

Sein Künstlername ist Klimo (Kombination aus der letzten Silbe des Nachnamens und der ersten des Vornamens) und der Ort seines Wirkens ist die Pentapolis Ghardaia – eine geschichtsträchtige Stadtlandschaft aus fünf Städten, die sich auf den Kuppeln von mit je einem Minarett gekrönter Felshügel befinden, umgeben von Palmenoasen mit tausenden alter Brunnen und Staudämmen in den Tälern.

 

Bakli Mohamed

Gemälde von Bakli

Mausoleum Sidi Brahim

Aufgang zur Gebetsstätte

Blick auf Ghardaia

Bakli und Mehdi

Noureddine Bekkaye

Lehmhäuser Palmeraie

Skulptur Hund von Mehdi

Park und Zoo Tafilelt

Das Berbervolk der Mozabiten

Mohammed Bakli gehört der Volksgruppe der Mozabiten an und die sind für ihre Ausdauer, Willensstärke und Kreativität bekannt. Der intellektuelle Künstler ist nicht nur Maler, sondern ein Multitalent, denn er arbeitet auch als Lehrer, Bildhauer und Architekt. Sieben Jahre lang hat er sein selbstentworfenes Haus gebaut – mit grandiosem Blick über die Landschaft der Umgebung von Beni Isguen von einer großen Terrasse „unter den Sternen und der Sonne des offenen Himmels“.

 

Mit vielen Preisen ausgezeichnet

Nach seiner Biografie gefragt, erzählt er: „Ich wurde 1957 in Beni Isguen geboren, machte zwischen 1979 und 1983 Diplome an den Kunsthochschulen in Constantine und Algier, bevor es mich an die königliche Kunsthochschule nach Brüssel zog. Von 1988 bis 1991 hielt ich mich zu künstlerischen Studien in der Schweiz und Frankreich auf“. Seine Ausstellungen zwischen den Jahren 1981 und 2015 sind zahlreich: „Meine Werke waren in Europa zu sehen, vor allem in Frankreich und Italien. In Algerien hatte ich viele Ausstellung in fast allen großen Städten, natürlich in Algier, Oran, Constantine u.v.m. Dabei ging es um Gemälde und Wandreliefs. Ein Beispiel eines Wandreliefs in der Größe von 5x2 m kann man in Ghardaia sehen“. Seine Gemälde sind Zeichnungen, Aquarelle, Werke in Mixed Media Technik und vieles mehr – mit zunehmendem Abstraktionsgrad. Charakteristisch sind oft ein breiter Pinselstrich, kalligrafische Elemente und eine wilde und trotzdem harmonisch wirkende Anordnung von geraden und geschwungenen Linien. - Im Laufe seiner künstlerischen Karriere konnte er viele Preise einheimsen und gern denkt er an die unvergessliche Zeit zurück, als er Direktor der von den Künstlern von Ghardaia organisierten Ausstellung in Algier aus Anlass „Algier – Kulturhauptstadt der arabischen Welt“ im Jahr 2007 war.

 

Bekannt in den Medien

Klimo ist ein kritischer Geist und meint: „Mir geht oft ein Zitat von Tahar Djaout durch den Kopf; er sagte: Wenn Du redest, stirbst Du, wenn Du schweigst, bringst Du Dich selbst um, also rede und sterbe. Den Mord an diesem bekannten algerischen Schriftsteller habe ich in einer Skulptur verarbeitet – als Mahnung an alle die, die es angeht“. In seiner Heimatstadt befinden sich zahlreiche Fresken, eine davon ist Moufdi Zacharia gewidmet, aus dessen Feder die algerische Nationalhymne stammt. Seit 1981 ist er viel gefragter Gesprächspartner in Funk und Fernsehen, wenn es um Engagement für Gesellschaft, Umwelt und Kultur geht.

 

Mit Klimo unterwegs

Wenn man eine Gegend erkundet und sich für Kultur interessiert, kann man sich nichts Besseres wünschen, als zusammen mit einem ortsansässigen Künstler unterwegs zu sein. Zu den Höhepunkten der Entdeckung von Ghardaia gehört neben dem alten Damm, den vielen, unterirdisch miteinander verbundenen Lehmbrunnen, den Lehmkanälen und den Lehmhäusern in der Palmerai von Beni Isguen, den weiteren historischen und architektonischen Sehenswürdigkeiten, den kundigen Führungen z. B. durch das kleine Volkskundemuseum der Stadt Beni Isguen und zu heiligen Gebetsstätten auch der Besuch von Moscheen und Mausoleen, wie das Mausoleum von Sidi Brahim in El-Atteuf, aus dem 15. Jh. und seit 1982 UNESCO Weltkulturerbe - in einmaliger Architektur, inmitten eines großen Platzes. Die umliegenden Wohnhäuser halten respektvoll Abstand.

 

Die Gegend in und um Ghardaia ist so malerisch, dass es nicht verwundert, wenn sich hier eine reiche Kunst- und Kulturszene entwickelt hat. Die Künstler der Gegend – ob Maler, Bildhauer, Dichter oder Filmemacher - kennen sich. Sie alle sind von der Umgebung inspiriert. Als Überraschung hat Klimo Besuche bei zwei Freunden parat:

 

Kreation und Produktion von Filmen

Da ist der mozabitische Filmproduzent Noureddine Bekkaye mit seiner Produktionsfirma Palmvision, der für das algerische Fernsehen Dokumentarserien in Berbersprache mit französischen und arabischen Untertiteln über die Region und die hier lebenden Menschen kreiert und produziert, inkl. Dokumentarfilme des Geschehens, wenn in der Regenzeit die Wassermassen durch die Palmeraie von Ghardaia brausen und der historische, aus Dattelkernen erbaute Damm zwar standhält, aber überflutet wird. Nach „normalen“ Regenfällen sammelt sich das Regenwasser in einem großen See, aus dem Palmen herausragen und der eine willkommene Badelandschaft für die Kinder der Oase bildet. Eine besonders eindrückliche Serie befasst sich mit der Stadt Tiaret (zwischen Ghardaia und Oran gelegen) und den Geschehnissen des Bürgerkriegs mit authentischen Dokumenten und Zeitzeugen und einer Gegenüberstellung von Vergangenheit und Gegenwart.

 

Metallverarbeitende Kunst

Ein weiterer Freund ist der Bildhauer Mehdi Tafadjira, der 1978 in Algier geboren wurde und dessen Werke in vielen öffentlichen Einrichtungen der Gegend allgegenwärtig sind: Nicht nur die Studierenden an der Universität von Ghardaia, sondern auch die Besucher eines wegen seiner Hanglage außergewöhnlichen Naturparks mit Zoo in Tafilelt bei Beni Isguen erfreuen sich an den Metallskulpturen. - Das Besondere an vielen dieser Skulpturen: sie sind aus Metallschrott und kommen in jeder Größe daher: von etwa 30 cm bis über 2 m. Dabei handelt es sich um menschliche Gestalten, Pflanzen, Tiere oder abstrakte Kompositionen wie eine Arabesken-Skulptur. Sein Atelier bezeichnet man besser als Metallwerkstatt, denn hier gibt es nicht nur fertige und halb-fertige Kunstwerke zu sehen, sondern auch Berge von Material, das noch der künstlerischen Gestaltung harrt. „Wir haben hier vor einigen Monaten den Weltumwelttag 2017 gefeiert. Für dieses Ereignis habe ich mehrere große Skulpturen angefertigt. Ich nehme an dem landesweit bekannten Projekt namens „Masar 1“ teil (Informationen zu „Masar 1“ finden Sie unten). Als 2015 der Naturpark in Tafilelt eröffnet wurde, hatte ich für den Teil des Parks, in dem sich der Zoo befindet, Tiere aus Metall angefertigt. Dabei handelt es sich auch um Tiere, die im Zoo nicht anzutreffen sind, also z. B. ein Elefant“. - Beim späteren Besuch des Zoos von Tafilelt fällt die Entscheidung schwer: Gefällt die malerische Hanglagenarchitektur besser, oder die geräumigen Gehege für die friedlichen Pferde, Kamele, Ziegen und Schafe, der Teich, oder die Metalltiere von Mehdi im hohen Gras: Giraffe, Elefant, Skorpion oder Biene? Oder doch lieber der kleine Metall-Hund am Eingang?       

 

Text und Fotos: Barbara Schumacher, Beiratsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft

 

Informationen zu „Masar 1“ finden Sie hier

 

Weitere Fotos von Gemälden des Malers Mohammed Bakli:

(es folgen 10 Bilddateien)

 

Dateien:
11._Haus_von_Bakli.jpg203 K
12._Bakli_Gemaelde.jpg277 K
13._Bakli_Gemaelde.jpg132 K
14._Bakli_Gemaelde.jpg161 K
15._Bakli_Gemaelde.jpg165 K
16._Bakli_Gemaelde.jpg163 K
17._Bakli_Zeichnung.jpg84 K
18._Bakli_Gemaelde.jpg100 K
19._Bakli_Gemaelde.jpg165 K
20._Bakli_Gemaelde.jpg127 K
Masar_1.pdf12.6 K

   

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