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02.08.2018

 

Einladung Frau Schumacher zum Jahrestreffen der Friends of Hadhramaut und Interview

 

 

Sultan Ghalib Al Qu'aiti

Al Mukalla 1929

Al Qu'aiti Palast in Al Mukalla

Hadhramaut Schulklasse

Vom 14. bis 16. September 2018 treffen sich Vorstand und Mitglieder der gemeinnützigen Organisation „Friends of Hadhramaut“ in Bonn. Für die internationalen Gäste ist ein reichhaltiges Programm vorbereitet. Interessierte Mitglieder der Deutsch-Arabischen Gesellschaft sind eingeladen.

 

Der letzte Sultan von Hadhramaut, Sultan Ghalib Al-Qu’aiti, seine Ehefrau Sultana und namhafte Persönlichkeiten haben die Organisation gegründet. Seit vielen Jahren ermöglichen die Friends of Hadhramaut den Bau von Schulen und sozialen Einrichtungen in verschiedenen Orten in der im Süden des Jemen gelegenen, größten Provinz des Landes. Die eingehenden Spenden werden ausschließlich vor Ort eingesetzt und regelmäßige Berichte informieren über entsprechende Fortschritte. Ein Sohn des Sultans ist vor Ort ansässig und sorgt dafür, dass die eingegangenen finanziellen Mittel wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

 

Seit vielen Jahren bin ich Mitglied der Friends of Hadhramaut (FOH) und habe mich besonders gefreut, dass das diesjährige Treffen in Deutschland stattfindet. Auf Wunsch von Sultana, verbunden mit einer herzlichen Einladung an Vorstand, Beiratsmitglieder und Mitglieder der DAG finden Sie beigefügt Einladung mit Programm der Veranstaltung. Selbstverständlich unterstützt DAG-Generalsekretär Harald Bock diese Initiative. Ebenfalls beigefügt ist mein Interview mit Sultana aus dem Jahr 2007, aus dem u. a. Einzelheiten zur Gründung von FOH ersichtlich sind. Die Veranstaltung bietet die einmalige Gelegenheit, Sultan Ghalib, Sultana und weitere Familienmitglieder (alle sprechen Englisch, teilweise auch Deutsch) persönlich kennen zu lernen und ein wenig „Hauch der Geschichte“ zu spüren. FOH betätigt sich ausdrücklich nicht politisch - aber vielleicht ergeben sich am Rande des Treffens in Einzelgesprächen wertvolle Einsichten in die derzeitige Lage dieses von Europa offenbar vergessenen Landes, in dem die Bevölkerung durch die seit 2015 andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen unermessliches Leid erfährt.

 

Der Botschafter des Jemen Prof. Dr. Yahia Al-Shaibi (spricht Englisch) ist zu der Veranstaltung eingeladen. Erwartet werden bis zu 120 Gäste. Sprachen: Deutsch und Englisch. - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die in der Einladung angegebene Kontaktadresse.

 

Text: Barbara Schumacher, Beiratsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft

Anlagen: Einladung und Interview

 

Interview: Sultana Al-Qu‘aiti

 

Auf einem mehrtägigen Kongress in Jeddah traf ich im Jahr 2007 Sultana Al-Qu’aiti, Gattin des letzten Sultans von Hadhramaut. Das Ehepaar lebt im Exil in Jeddah. Nachdem sie mich mehrfach darum gebeten hatte, folge ich der Einladung in ihr Haus, in dem das folgende Interview stattfindet: 

Frage: Wie haben Sie Ihre Jugend und Studienzeit erlebt?

Antwort: Ich wurde 1950 in London geboren und wuchs in der Nähe von Richmond Park auf. Nach der Boarding School in Gloucestershire war ich ein Jahr auf dem Kinnaird College for Women in Lahore, machte dort Examina in Französisch und English, verbrachte jeweils ein Jahr an der Oxford University, danach an der Reading University und schließlich am Berkshire College of Education, das ich mit dem Lehrerexamen abschloss. Meine Eltern haben mein Leben sehr beeinflusst, sie haben mich von frühester Jugend an Bürgersinn, Mitgefühl und Verantwortung gelehrt. Meine Mutter, in der Sozialarbeit engagiert, war Gründungsmitglied der All Pakistan Women’s Association und der Pakistan Society in Großbritannien. Sie war meine Inspiration für Wohltätigkeit, Fremdsprachen und Kultur und drängte mich, schon als kleines Mädchen Französisch und Deutsch zu lernen. Mit 15 Jahren habe ich erstmals Deutschland besucht, untergebracht bei einer deutschen Familie in der Nähe von Limburg. Ich habe die Trauerprozession für Konrad Adenauer in Bonn erlebt. Seitdem war ich regelmäßig in Deutschland und meine besten Freunde sind Deutsche, sowohl in Deutschland als auch hier in Saudi Arabien. Mein Mann und ich lieben die deutsche Kultur und Geschichte. 

Frage: Wo lernten Sie Ihren Mann kennen und wie kamen Sie nach Jeddah?

Antwort: Ich habe meinen Mann, Sultan Ghalib bin Awadh Al-Qu’aiti während seines Studiums in Oxford getroffen. Wir haben 1975 in Oxford geheiratet und sind danach nach Jeddah gegangen, wo wir seit 30 Jahren leben.

Frage: Welchen Einfluss hat die Geschichte Ihres Mannes auf Sie?

Antwort: Mein Mann war der letzte Herrscher des Qu’aiti Staates in Hadhramaut, damals Teil des East Aden Protektorats in Saudi Arabien. Als er 19 Jahre alt war, brach 1967 die kommunistische Revolution aus und er ging ins Exil nach Saudi Arabien, wo er von König Faysal Asyl in Jeddah erhielt. Seit meiner Heirat sehe ich die Geschichte und Kultur Hadhramauts mit seinen Augen. Sein Exil aus Hadhramaut hatte ihn schwer getroffen und erst 1996 konnte er die geliebte Heimat und seinen Palast in Mukalla (heute Museum) wieder besuchen. Ich folgte ihm im gleichen Jahr im Rahmen einer Expedition, die von der Britisch-Jemenitischen Gesellschaft organisiert war. Diese Reise veränderte mein Leben. Ich hatte mir die Heimat meines Mannes nicht so überwältigend und wundervoll vorgestellt, mit diesen beeindruckenden Kontrasten von Wüste, Oasen, Bergen, und Meeresküste. Ich war von der Kultur Hadhramauts mit seiner besonderen Architektur fasziniert. Was mich allerdings schockierte, waren die grauenvolle Armut der Menschen und die schrecklichen Auswirkungen von dreißig Jahren Kommunismus. Eines Abends – wir saßen am Pool des alten Salaam Hotels in Seyoun – fragte ich Brian Fyfield-Shayler, den ältesten Freund meines Mannes: „Warum tun wir nicht etwas für die arme Bevölkerung? Wir könnten eine Gesellschaft gründen mit dem Ziel zu helfen“. Ich ahnte nicht, dass diese Gesellschaft zehn Jahre später 600 Mitglieder aus aller Welt haben würde. Brian war von der Idee sehr angetan, gründete den Trust innerhalb eines halben Jahres und trug die wohltätige Gesellschaft „Friends of Hadhramaut“ in England und Wales im Mai 1997 ein. Unser zehnjähriges Jubiläum haben wir im Mai 2007 mit einem Empfang im House of Commons, einer Führung durch Westminster Abbey und einem festlichen Dinner in der Royal Over-Seas League in London gefeiert.

Frage: Wie haben die „Friends of Hadhramaut“ bisher den Menschen geholfen?

Antwort: Die oben genannten Veranstaltungen haben wir genutzt, um Spenden zu akquirieren für unser laufendes Projekt, die Renovierung einer Schule und den Bau von drei Klassenzimmern im Dorf Asnab im Wadi Khonab, ganz in der Nähe des Grabes des Propheten Saleh – übrigens: unser ältester Sohn trägt den Namen Saleh und ist Chairman der Gesellschaft. Die Gesellschaft hat den Bau eines Zentrums für behinderte Frauen in Mukalla, ferner die Renovierung von 20 Klassenzimmern einer Schule in Ghail Ba Wazir finanziert. Außerdem haben wir ein traditionelles Lehmziegelhaus für drei blinde Schwestern im Wadi Hadhramaut gebaut, Klinken mit Medizin, Krankenhäuser mit medizinischem Gerät und Bussen ausgestattet und vielen blinden, tauben und stummen Menschen in Hadhramaut geholfen. Generell kann man sagen: Unsere Arbeit ist rein humanitär und nicht politisch. Wichtig ist uns die Förderung von Selbsthilfeprojekten mit lokalen Ressourcen.

Frage: Wie kam es zur Verleihung eines Ordens durch Königin Elizabeth II?

Antwort: Ich bin von den beiden Britischen Botschaften in Riyadh und Sana‘a für einen Orden vorgeschlagen worden für meine „Verdienste um die Hilfe für benachteiligte Gemeinden in der Republik Jemen“. Die Ordensüberreichung erfolgte im März 2007 in einer wunderbaren Zeremonie im State Ballroom des Buckingham Palasts. Außer mir waren noch 96 andere Ordensempfänger anwesend. Ich war in Begleitung meines Sohnes Saleh und meiner Tochter Fatima. Die Königin fragte mich, ob wir den Armen und Behinderten helfen, was ich bejahte. Dann fragte ich die Königin, ob sie sich bei ihrem ersten Besuch der damaligen Kronkolonie Aden im Jahr 1954 an ein Treffen mit dem Großvater meines Mannes, Sir Sultan Saleh bin Ghalib Al-Qu’aiti und sein Geschenk von 100 Dosen des weltberühmten Hadhrami Honigs aus dem Wadi Do’an erinnere. Sie antwortete mit einem charmanten und herzlichen Lächeln: „Ich erinnere mich gut, es war faszinierend“. Ich muss sagen, dass sie für eine 82-jährige Dame ein bemerkenswertes Gedächtnis hat.

 

Das Gespräch führte Barbara Schumacher im Juni 2007

Fotos: Barbara Schumacher, Beiratsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft

 

Dateien:
FOH_Invitation_Bonn_2018.pdf4.3 M
Interview_Sultana.docx15.4 K

   

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